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Mittwoch, August 02, 2006

Kommentar zum "pfannenverrückten" Öl

Dr. Friedhelm Mühleib zu meinem letzten Artikel:

Lieber Mike Seeger,
erst einmal Glückwunsch zu Ihrem Blog - als Olivenölfan finde ich es toll, dass jemand dieses Thema beackert. Allerdings kann ich Ihren Eintrag zu meinem Beitrag nicht unkommentiert stehen lassen. Leider schaffe ich es nicht, den Kommentar über die Eingabemaske auf Ihrer Seite einzustellen. Offensichtlich muss man erst einen Blogger-Account anmelden, um die Kommentare loswerden zu können? Als reiner User stoße ich da manchmal schnell an meine Grenzen. Nun gut, deswegen schicke ich den Text per Mail und hoffe, dass Sie ihn für mich als Kommentar in den Blog einstellen können:

... natürlich hat er Feinschmecker und Co. gelesen, der Ernährungswissenschaftler, und er ist der Meinung, dass die Olivenöllobby mit dem ganzen Geschrei um die einfachen Öle den falschen Gegner bekämpft. Die wahren Gegner sind Rapsöl und billige raffinierte Pflanzenöle – nicht die einfachen Qualitäten des Olivenöls. Noch ist der pro Kopf Verbrauch an Olivenöl im Vergleich zum Gesamtverbrauch an Fetten und Ölen bei uns gering. Die CMA als größter Rapsöl-Sponsor lacht sich angesichts der Selbstzerfleischung im Olivenöl-Sektor ins Fäustchen und fördert mit millionenschweren Kampagnen den weiteren Verbrauchsanstieg des faden Massenproduktes Rapsöl. Man kann einfachen Verbrauchern mit normalem bis niedrigem Einkommen nicht dazu raten, für jeden Zweck ein teures Öl zu verwenden. Eine Familie, deren Monatsbudget für die Ernährung bei 200,--Euro liegt, kann keine 30,--Euro pro Monat für Olivenöl ausgeben. Da muss man schon auf dem Teppich bleiben, sonst verschreckt man die Zielgruppe, die man erst einmal fürs Olivenöl gewinnen muss. Ein Wein-Einsteiger fängt auch nicht mit der täglichen 30,--Euro Flasche. Auch unter den Pfälzer Riesling – Literweinen gibt es für vier bis fünf Euro tolle Qualitäten. Auch ich bin gegen Verbrauchertäuschung und unterstütze die Forderung, dass Öle, die nicht Extra Vergine sind, auch nicht als solche deklariert werden dürfen! In der elitären Diskussion von Feinschmecker & Co tut man allerdings so, als wäre jedes Öl unter 10,-- Euro der letzte Dreck – und das stimmt so nicht! Der Ton macht die Musik. Und wer die Warentest-Ergebnisse kennt, weiß, dass es auch gute preiswerte Öle gibt. Sie sollten sich freuen, dass ein Ernährungswissenschaftler hierzulande Olivenöl empfiehlt, anstatt sich darüber zu beschweren, dass er für die Bratkartoffeln zu einer einfachen bzw. preiswerten Qualität rät. Im übrigen weiß ich, wovon ich rede: Als bekennende Hobbyköche verwenden meine Frau und ich fast ausschließlich Olivenöle – billige und teure. Und auch unter den Discounterölen gibt es inzwischen ordentliche Qualitäten, bei denen nach Verwendung nicht die ganze Küche stinkt! Viele Grüße - Dr. Friedhelm Mühleib

2 Comments:

At 12:00 nachm., Blogger Mikes comment said...

Lieber Dr. Mühleib,

ich danke für Ihren Kommentar. Zu den guten preiswerten Ölen: Es gibt sicherlich gute und preiswerte Olivenöle, wobei man den Preis meiner Meinung nach benennen sollte. Hier bleibe ich bei meiner Behauptung, dass unter 8 EUR/l kein wirkliches Extra Vergine zu bekommen ist. Das heißt für den Verbraucher, dass er für einen halben Liter Olivenöl vier Euro ausgeben sollte - und dabei Glück oder Pech haben kann. Meistens Pech. Hier zu selektieren ist für den "ungeschulten" Verbraucher schwer bis unmöglich. Doch dazu gibt es ja Leute wie Sie und mich, die für das Olivenöl eintreten. Ihre Empfehlung zum Aldi-Olivenöl kann ich aber dennoch nicht gutheißen. Hierzu sind die verschiedensten Testergebnisse eindeutig. Das Öl stammt zum Großteil aus Spanien und wird aus der Picual-Olive gewonnen, was man sehr deutlich riechen und schmecken kann. Allerdings wohl von Oliven, die reif vom Baum in Netze gefallen sind (niedrige Erntekosten) und womöglich schon mehrere Tage den Elementen trotzen mussten - und somit verdorben sind. Trotzdem wird daraus noch Öl gewonnen. Dieses wird dann so lange "behandelt", bis es gerade noch als Extra Nativ durchgeht. Doch schon wenige Wochen nach der Abfüllung kann das, was dann in der Flasche ist, nicht mehr als Extra Nativ bezeichnet werden. Siehe Testergebnisse von Stiftung Warentest und Merum. Wobei sich die Zeitschrift Merum wesentlich genauerer (und neuerer) Analysemethoden bedient.
Zur Kaufkraft der Verbraucher: Sie haben leider Recht. Deshalb auch meine Meinung zur "Geschmacksbildung".
Dass ich mich darüber freue, dass Sie Olivenöl zum Braten propagieren, habe ich vielleicht nicht deutlich genug zum Ausdruck gebracht. Dies sei hiermit nachgeholt.
Rapsöl? Nun ja, kalt gepresstes kann man wohl mal verwenden. Ich verwende es allerdings nur dann, wenn ich eine größere Menge Wurstsalat mache und diesen (Rest) dann im Kühlschrank lagern muss. Rapsöl "gefriert" bei niedrigeren Temperaturen als Olivenöl, und der Salat würde bei Verwendung von Olivenöl unansehnlich.

Noch eine schöne Woche und immer knusprige und wohlriechende Bratkartoffeln wünscht Ihnen

Mike Seeger

 
At 11:13 vorm., Anonymous Dr. Friedhelm Mühleib said...

Lieber Mike Seeger, anscheinend glauben Sie, dass ein Haushalt, der 200 Euro mtl. für die Ernährung ausgibt, am unteren Rande des Spektrums liegt. Weit gefehlt! Im Durchschnitt gibt ein Haushalt in Deutschland gerade noch 12% seines Nettoeinkommens für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke aus (Genussmittel und Zigaretten also nicht eingeschlossen). Das entspricht einem Betrag ca. 120,-- Euro pro Kopf und Monat. Der durchschnittliche 2-Personen-Haushalt investiert also tatsächlich kaum mehr als etwa 240,--Euro in seine Ernährung! Das ist traurig, aber offensichtlich wahr.



Allerdings denke ich, dass Ihre Ansicht richtig ist: Gutes Olivenöl braucht Überzeugungsarbeit. Reden reicht dabei allerdings nicht. Nur wer verschiedene Qualitäten probiert, beginnt zu verstehen, warum es lohnt, mehr Geld für ein richtig gutes Öl auszugeben. Übrigens: Ihre Erfahrung, dass im Süden selbst einfache Leute viel Geld für Öl ausgeben, kann ich leider nicht teilen. Wenn ich sehe, welcher Schrott in 5-Liter Plastikkannistern in Italiens und Spaniens Supermärkten angeboten wird und in welchen Mengen die Leute diese miesen Qualitäten kaufen, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Wer so nahe an der Quelle sitzt, sollte doch mehr Qualitätsbewußtsein haben.


Viele Grüße
Friedhelm Mühleib

(P.S.: Habe heute in meinem Blog eine kleine Geschichte von Ihnen zitiert. Hoffe, es bringt Ihnen ein paar neue Besucher)

 

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